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Chemieindustrie und der Digitale Produktpass: Auswirkungen der ESPR

· von Loris Angeloni

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Chemieindustrie und der Digitale Produktpass: Auswirkungen der ESPR

Mit dem Inkrafttreten der ESPR – Ecodesign-Verordnung für nachhaltige Produkte kann die Chemieindustrie die Dokumente für einen künftigen Digitalen Produktpass (DPP) vorbereiten. Das Ziel ist klar: mehr Transparenz schaffen, die Rückverfolgbarkeit verbessern und die gesamte Lieferkette nachhaltiger gestalten.

Der Chemiesektor ist eine der Säulen der europäischen Wirtschaft und liefert Rohstoffe und wesentliche Produkte, die täglich in zahlreichen Industrie- und Zivilbereichen eingesetzt werden. Gerade wegen seiner Umwelt- und Gesundheitsauswirkungen unterliegt er seit langem strengen Vorschriften wie der REACH-Verordnung und der Pflicht zur Erstellung und Aktualisierung von Sicherheitsdatenblättern.

Die ESPR ist seit dem 18. Juli 2024 in Kraft, begründet aber noch keine allgemeine Produktpasspflicht für die Chemie. Der Arbeitsplan 2025-2030 sieht vorbereitende Studien zu Lacken, Reinigungsmitteln, Schmierstoffen und Chemikalien vor. Für Reinigungsmittel führt die Verordnung (EU) 2026/405 einen Pass ab dem 23. September 2029 ein. Der Digitale Produktpass wird nur für Gruppen mit einschlägigen Vorschriften verpflichtend, nicht pauschal für Reinigungsmittel, Lacke, Schmierstoffe und Grundchemikalien; für die letzteren Gruppen sind vorbereitende Studien vorgesehen.

Der Digitale Produktpass in der Chemiebranche: Wie sich Produktdokumente vorbereiten lassen

Der Produktpass ist derzeit nicht für alle Chemieprodukte verpflichtend. Soweit die einschlägigen Vorschriften es verlangen, kann ein chemisches Produkt – sei es ein Farbeimer, ein Reinigungsmittel oder ein Fass Industrielösemittel – mit einem digitalen Dossier verknüpft werden, das alle relevanten Informationen über Zusammensetzung, Verwendung und Umweltauswirkungen enthält.

Der DPP sammelt unter anderem:

  • Die Liste der enthaltenen chemischen Substanzen, mit Angabe potenziell gefährlicher Komponenten;

  • Die technischen Eigenschaften des Produkts;

  • Daten zum ökologischen Fußabdruck, wie die bei der Produktion erzeugten CO₂-Emissionen;

  • Anweisungen zur korrekten Verwendung und sicheren Entsorgung.

Diese Informationen sind über einen digitalen Identifier zugänglich, zum Beispiel einen QR-Code auf der Verpackung. Der digitale Pass ergänzt und integriert traditionelle Etiketten und technische Datenblätter und bietet allen Akteuren der Lieferkette ein höheres Maß an Detailtiefe, Aktualität und Benutzerfreundlichkeit.

Immer verfügbare Informationen für Akteure und Anwender

Nehmen wir den Fall eines Farbeimers mit digitalem Produktpass: Der Maler kann durch Scannen des QR-Codes sofort auf das aktuelle Sicherheitsdatenblatt zugreifen, die Anwesenheit von VOC (flüchtige organische Verbindungen) und die entsprechenden Mengen überprüfen, die Vorsichtsmaßnahmen während der Anwendung erfahren und klare Anweisungen zur korrekten und nachhaltigen Entsorgung von Resten und Verpackungen erhalten.

Der gleiche Ansatz gilt für ein Industrieschmiermittel. Der digitale Pass kann den Prozentsatz des verwendeten regenerierten Öls, die erhaltenen Qualitätszertifizierungen und die Anweisungen zur Regenerierung oder Entsorgung des Altöls angeben. Dies ermöglicht eine bewusstere Produktnutzung und ein effizienteres Management chemischer Abfälle, mit konkreten Vorteilen für die Umwelt und die Sicherheit der Arbeiter.

Schnellere und digitalisierte Normkontrollen

Für Produktgruppen, für die ein Pass vorgeschrieben wird erleichtert die Digitalisierung von Informationen auch die Kontroll- und Überwachungsaktivitäten. Die im digitalen Pass enthaltenen Daten sind von den zuständigen Behörden jederzeit einsehbar.

Zum Beispiel können die Zollbehörden beim Import automatisch die Existenz und Authentizität des digitalen Produkpasses eines chemischen Produkts überprüfen. Dies vereinfacht die Identifizierung nicht konformer Waren oder Produkte, die verbotene Substanzen enthalten, und trägt zu einem sichereren, transparenteren und den Vorschriften entsprechenden europäischen Markt bei.

Betriebliche Anpassung für Chemieunternehmen

Für Unternehmen der Chemiebranche bedeutet die Vorbereitung auf künftige produktspezifische Regeln die Möglichkeit, große Mengen technischer Informationen für jedes Produkt zu verwalten und diese ständig aktuell zu halten.

Viele Unternehmen verfügen bereits über Systeme zur Formulierungsverwaltung und strukturierte Verfahren zur Aktualisierung von Sicherheitsdatenblättern. Der digitale Pass erfordert jedoch einen weiteren Schritt: diese Daten sofort online verfügbar zu machen, einen Teil davon in einem Standardformat zu teilen und sicherzustellen, dass jede Aktualisierung – wie eine neue Gefahrenklassifizierung oder eine Umweltzertifizierung – konsistent auf alle bereits auf dem Markt befindlichen Produkteinheiten übertragen wird.

Certiblok® als Unterstützung für den Digitalen Produktpass

Im Hinblick auf produktspezifische Regeln stellen Lösungen wie Certiblok® eine konkrete Unterstützung für Chemieunternehmen dar. Die Plattform ermöglicht es, alle relevanten Produktdokumente – Formulierungen, Analysezertifikate, Sicherheitsdatenblätter – in einem dezentralen und geschützten Cloud-Archiv hochzuladen.

Jedem Produkt wird ein öffentlicher QR-Code zugeordnet, der auf dem Etikett oder Behälter angebracht werden kann. Das Scannen des Codes ermöglicht den Zugriff auf den immer aktuellen digitalen Pass. Im Falle einer Formulierungsänderung oder der Veröffentlichung einer neuen Version des Sicherheitsdatenblattes aktualisiert das Unternehmen das Dokument nur einmal auf Certiblok®, wodurch die neueste Version sofort allen Benutzern zur Verfügung steht. Die Plattform kann auch automatische Benachrichtigungen an Kunden senden und so eine proaktive und normgerechte Kommunikation gewährleisten.

Datensicherheit und Informationskontinuität

Dateien werden mit AES-256 verschlüsselt, in 80 Fragmente aufgeteilt und in einer dezentralen Cloud verteilt; jede Änderung erstellt eine neue Version, frühere Versionen bleiben erhalten und Aktivitäten werden protokolliert. Dies reduziert drastisch die Notwendigkeit, Etiketten neu zu drucken oder manuelle Mitteilungen zu versenden: Der QR-Code wird zum einzigen und zuverlässigen Zugangspunkt zu Produktinformationen während des gesamten chemischen Lebenszyklus, in voller Übereinstimmung mit einem Digitalen Produktpass, sobald er nach geltendem Recht erforderlich ist.

Eine transparentere, digitale und nachhaltigere Chemie

Im Hinblick auf produktspezifische Regeln führt die Chemie 4.0 zu besser zugänglichen Daten und besser kontrollierten Prozessen. Soweit vorgeschrieben, kann der Digitale Produktpass jede Flasche, jeden Kanister oder jeden Sack mit Substanz in ein „sprechendes“ Objekt, das alle notwendigen Informationen für eine korrekte Verwendung und Entsorgung bereitstellt.

Für Unternehmen, die Tools wie Certiblok® einsetzen, wird die regulatorische Verpflichtung zu einer konkreten Chance: weniger Papierdokumentation, größeres Kundenvertrauen und eine strukturelle Ausrichtung an den europäischen Vorschriften, zur Unterstützung einer immer nachhaltigeren, rückverfolgbareren und verantwortungsvolleren Chemieindustrie.

Wichtige Erkenntnisse

  • Die ESPR begründet noch keine allgemeine Produktpasspflicht für die Chemie; für Reinigungsmittel gilt ein eigener Pass ab dem 23. September 2029 nach Verordnung (EU) 2026/405.
  • Der DPP verbessert die Transparenz und Rückverfolgbarkeit chemischer Produkte, indem er Informationen zu Zusammensetzung, Umweltauswirkungen und Entsorgung per digitalem Identifier (z.B. QR-Code) bereitstellt.
  • Der Digitale Produktpass erleichtert behördliche Kontrollen, beschleunigt die Überprüfung von Produktkonformität und trägt zu einem sichereren europäischen Markt bei.
  • Unternehmen können ihre Produktinformationen vorbereiten und aktuell halten, bevor produktspezifische Vorschriften anwendbar werden.
  • Lösungen wie Certiblok® unterstützen Chemieunternehmen bei der Vorbereitung auf künftige produktspezifische Anforderungen, indem sie ein sicheres und dezentrales Archiv für Produktdokumente bereitstellen.

FAQ

Was ist der Digitale Produktpass (DPP) in der Chemieindustrie?
Der Digitale Produktpass ist ein digitales Dossier, das alle relevanten Informationen über ein chemisches Produkt enthält, wie Zusammensetzung, technische Eigenschaften, Umweltauswirkungen und Entsorgungsanweisungen. Er ist über digitale Identifier wie QR-Codes zugänglich.
Warum ist der DPP für die Chemieindustrie wichtig?
Eine allgemeine DPP-Pflicht für Chemikalien besteht nach der ESPR nicht. Ein künftiger Pass kann Transparenz und Rückverfolgbarkeit in der Lieferkette unterstützen. Er ergänzt traditionelle Sicherheitsdatenblätter und Etiketten.
Welche Vorteile bietet der DPP für Anwender und Behörden?
Anwender erhalten schnellen Zugriff auf detaillierte Informationen wie Sicherheitsdatenblätter oder Entsorgungsanweisungen. Behörden können Produktinformationen jederzeit einsehen, was Kontrollen beschleunigt und die Marktüberwachung vereinfacht.
Wie wirkt sich die ESPR auf chemische Produkte wie Reinigungsmittel oder Lacke aus?
Der ESPR-Arbeitsplan 2025-2030 sieht vorbereitende Studien zu Lacken, Reinigungsmitteln, Schmierstoffen und Chemikalien vor. Für Reinigungsmittel gilt ein eigener Produktpass ab dem 23. September 2029 nach Verordnung (EU) 2026/405.
Welche Herausforderungen stellen sich für Chemieunternehmen bei der Umsetzung des DPP?
Chemieunternehmen können technische Produktinformationen vorbereiten und aktuell halten, bevor produktspezifische Vorschriften anwendbar werden.
Wie können Unternehmen den DPP-Anforderungen gerecht werden?
SaaS-Lösungen wie Certiblok® helfen Unternehmen, relevante Produktdokumente in einem sicheren Cloud-Archiv zu speichern und über QR-Codes zugänglich zu machen, was die Vorbereitung auf künftige produktspezifische Vorschriften unterstützt und die Datenverwaltung optimiert.

Mit KI-Unterstützung erstellter und von Menschen überprüfter Text.